Massenentlassung bei der Tabel-Gruppe: „Prekäre Arbeit und Lohndumping abschaffen – für gerechte Arbeitsverhältnisse.“

29. Juni 2010  Pressemitteilungen

Kiel. Bis zuletzt hatte sich DIE LINKE im Schleswig-Holsteinischen Landtag gegen die Kündigung der 389 Tabel-MitarbeiterInnen im Druckzentrum der Kieler Nachrichten eingesetzt. Am heutigen letzten Arbeitstag der Betroffenen fordert sie deren Übernahme in die Stammbelegschaft. Unterstützt wird die Forderung unter anderem von über 1500 Bürgerinnen und Bürgern, die sich bislang in entsprechende Unterschriftenlisten eingetragen haben.
Den MitarbeiterInnen war zum 30. Juni gekündigt worden, als nach mehreren gescheiterten Versuchen die geplante Gründung eines Betriebsrats bekannt geworden war. „Die Arbeitsbedingungen waren katastrophal und die Gründung einer ArbeitnehmerInnen-Vertretung alternativlos. Es gab 14-Stundentage ohne Pausen, einen Stundenlohn von 6 Euro und keinen Lohnausgleich im Krankheitsfall. Wer dagegen etwas sagte, bekam sofort Druck oder wurde entlassen“, erklärte Björn Thoroe, wirtschaftspolitischer Sprecher der LINKEN. „Was Tabel mit seinen Beschäftigten macht, erinnert an moderne Sklavenhaltung. Solche Zustände dürfen auf keinen Fall geduldet werden. Kündigung darf keine Antwort auf die Forderung nach gerechten Arbeitsverhältnissen sein.“
Die 2004 von der rot-grünen Bundesregierung ‚Liberalisierung‘ der Leiharbeit und die Etablierung der so genannten ‚Mini-Jobs‘ führte nach Ansicht der LINKEN zu einer Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse. DIE LINKE setzt sich für ein Verbot der Leiharbeit ein, fordert eine Sozialversicherungspflicht für jede geleistete Arbeitsstunde und einen flächendeckenden Mindestlohn von mindestens 10 Euro pro Stunde für alle Branchen.

„Nicht nur die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, auch die Rechte der Arbeitnehmer sich gewerkschaftlich und in Betriebsräten zu organisieren müssen gestärkt werden“, so Thoroe. „Lohndumping und Leiharbeit müssen abgeschafft werden.“

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